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Niveau
Ausschnitt einer handkolorierten Karte des Bistums Lüttich von 1659 mit Flüssen, Städten und farbigen Grenzlinien.

Grenzen

Leseprobe · Digitale Lernwelten

1.5 Historische Grenzentwicklung

Früher sah vieles anders aus. Das Kapitel aus dem Lernportal GeoRegioEMR zeigt, wie unterschiedlich Grenzen in der Euregio Maas-Rhein sind und wie sie sich über die Zeit verändern: in ihrem Verlauf und in ihrer Wirkung.

Fach
Geografie
Portal
georegioemr.eu · Deutsch, Niederländisch, Französisch
Projekt
Interreg Euregio Maas-Rhein
Umfang
Einstieg und Teil 1 des Kapitels (Elemente 1–18 von 36)
Texte
Florian Sochatzy · Digitale Lernwelten GmbH

Karte: Joan Blaeu, Leodiensis dioecesis, Amsterdam 1659 · Fondo Antiguo de la Biblioteca de la Universidad de Sevilla · CC BY 2.0

Zu dieser Leseprobe

Wir entwickeln multimediale Narrationen aus Texten und Medien. Die Probe zeigt, wie wir so Geografie für eine Grenzregion erzählen: vom Grenzstein im Aachener Wald über die Maas als Staatsgrenze bis zur Karte des Bistums Lüttich von 1659. Jeder Kerntext liegt in drei Niveaustufen vor, dazu kommen Audiospuren, Sprachhilfen und Hinweise für Lehrende.

Texte und Aufgaben stammen aus dem Kapitel „1.5 Historische Grenzentwicklung“ auf georegioemr.eu. Die Übungen sind für diese Seite schlank nachgebaut. Ortskarten und eingebettete Videos des Portals sind hier verlinkt statt eingebunden.

Auf welchem Level willst du das Kapitel bearbeiten?

Die Wahl tauscht Texte, Audiospuren und Aufgaben aus. Probieren Sie die Stufen ruhig nacheinander aus: Der Inhalt bleibt derselbe, Sprache und Anspruch ändern sich.

Einstieg

1

Es gibt Grenzen, die sind hart und undurchlässig, gesichert durch sichtbare und unsichtbare Zäune und Mauern. Und es gibt Grenzen, die bemerkt man beim Überschreiten kaum. Gerade in der Euregio Maas-Rhein gibt es sehr viele sehr unterschiedliche Grenzen. Manche sind hart, manche durchlässig. Manche trennen Länder, manche Sprachen und manche trennen vielleicht gar nichts mehr. In diesem Kapitel werden wir uns ansehen, wie unterschiedlich Grenzen sein können und wie sie sich über die Zeit verändern: nicht nur in ihrem Verlauf, sondern auch in ihrer Wirkung.

In diesem Kapitel geht es um Grenzen. Grenzen können sehr unterschiedlich sein. Manche sind starr und undurchlässig, manche bemerkt man kaum. Wenn man Grenzen über einen längeren Zeitraum betrachtet, fällt einem etwas Überraschendes an Grenzen auf: Die meisten Grenzen sind beweglich und veränderbar. Sehen wir uns in diesem Kapitel Grenzen in deiner Heimatregion einmal genauer an.

Grenzen trennen, teilen, strukturieren, ordnen. Grenzen markieren Zugehörigkeit, sie signalisieren das Ende und den Anfang von etwas. Das Überschreiten einer Grenze kann ein Angriff, eine Rettung oder ein Verbrechen sein. Um Grenzen wird gekämpft und gestritten.

Das alles klingt so, als würde es sich bei Grenzen um große, starre, mächtige Gebilde handeln, vor denen wir kleinen Menschen Respekt und Ehrfurcht haben sollten. Aber wenn man sich Grenzen genauer und vor allem über einen längeren Zeitraum anschaut, bemerkt man etwas Seltsames: Sie sind gar nicht so stabil und fest, sie sind beweglich und immer wieder durchlässig, sie können durch Wohnzimmer führen, ohne dass es jemanden stört, und manchmal wirken sie eher unbewusst als durch Schlagstöcke und Zäune. Diesen Doppelcharakter von Grenzen, einerseits starr und ordnend, andererseits beweglich und unbewusst, kann man in der Euregio Maas-Rhein besonders gut beobachten.

Der Text oben als Audiospur
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SprachhilfeSprachhilfe zu Element 1 · Mindmapping
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In diesem Kapitel geht es um das Thema ‚Grenzen‘ und viele verschiedene Begriffe, die mit diesem Wort zu tun haben. Lege eine Mindmap an, in der du die Begriffe (und kurze Erläuterungen) festhältst.

Für LehrendeHinweise für Lehrende · Übersicht (Didaktischer Zugriff, Ziele, Kompetenzen)

Allgemeine Anmerkungen zum Kapitel

Durch politische Grenzen strukturiert der Mensch den Raum. Er tut dies aber nicht unabhängig von den natürlichen Gegebenheiten. Die natürliche Raumstruktur hat durch natürliche Grenzen wie Flüsse, Gebirge und Wüsten Einfluss auf die menschliche Raumstrukturierung. Gerade die historische Perspektive zeigt jedoch, dass dieser Einfluss nicht deterministisch wirkt, sondern durch den Menschen unterschiedlich genutzt werden kann, umso mehr, als sich auch der Charakter menschlicher Grenzziehungen über längere Zeiträume wandelt.

Ziele & Kompetenzen

Ziel des Kapitels ist es, den Lernenden die Bedeutung und Veränderbarkeit menschlicher Grenzziehungen zu vermitteln. Die Lernenden sollen begreifen, dass Grenzen ihren Alltag mitstrukturieren und auf individueller und politischer Ebene wandel- und gestaltbar sind.

Der Schwerpunkt dieses Kapitels liegt auf der Förderung der Kompetenzen:

  • räumliche Orientierung
  • Methoden (Kartenarbeit an historischen Karten und Stadtplänen)
  • Kommunikation

Kapitelstruktur

  1. Der erste Teil des Kapitels stellt zunächst die Vielfalt von Raumstrukturierung durch Grenzen dar und erklärt die Beziehung zwischen diesen am Beispiel des Flusses und seiner Vorteile für die politische Grenzziehung. Den Lernenden soll klar werden, dass die naturräumliche Struktur die Konstruktion politischer Einheiten erleichtert, aber nicht determiniert. Die historische Perspektive wird hier genutzt, um die Flexibilität und Wandelbarkeit der menschlichen Struktur bei gleichbleibender naturräumlicher Struktur zu verdeutlichen.
  2. Der zweite Teil eröffnet weitere Funktionen, die das natürliche System für das menschliche System hat. Der Fluss bietet den Menschen mehr Möglichkeiten als die einer Grenze. Je nachdem, wie der Mensch die Funktionen des natürlichen Systems nutzt, entwickeln sich die diese überformenden menschlichen Systeme. Grenzen verschieben sich, verschwinden und entstehen neu. Zur natürlichen und politischen Grenze kommen hier der Sprachraum und die Sprachgrenze als weiteres menschliches Teilsystem hinzu.
  3. Der dritte Teil untersucht diesen Prozess an einem konkreten Beispiel: der Gemeinde Voeren und ihrer historisch wechselhaften Lage in den politischen und sprachlichen Strukturen. Die Lernenden sollen sich in mehreren variierbaren Komplexitätsstufen mit den für die Voerener Entwicklung wichtigen Prozessen vertraut machen und deren Einfluss auf die Wahrnehmung der Menschen nachvollziehen.

Basiskonzepte

Thematisch ist das Kapitel sowohl auf zeitliche Abläufe als auch auf die menschliche Raumstrukturierung durch politische Grenzen ausgerichtet. Dadurch bietet sich das Kapitel hervorragend für die geografischen Basiskonzepte Funktion – Prozess an. Der Kapitelschwerpunkt liegt also auf den Interdependenzen zwischen den verschiedenen Grenztypen und den sich daraus ergebenden Veränderungen über längere Zeiträume.

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2

Galerie: Grenzen

Ein sogenannter ‚Adlerstein‘ zeigt im Aachener Wald die Stelle an, an der früher das Herrschaftsgebiet der Freien Reichsstadt Aachen endete.
1/7 Ein sogenannter ‚Adlerstein‘ zeigt im Aachener Wald die Stelle an, an der früher das Herrschaftsgebiet der Freien Reichsstadt Aachen endete.Foto: ArthurMcGill · CC BY 3.0
3

Aufgabe

Grenzmemory

Finde im Memory-Spiel die passenden Namen zu den Bildern.

0 von 5 Paaren gefunden
    SprachhilfeSprachhilfe zu den Elementen 2 und 3 · Vokabelhilfe

    Grenzen: Linien, die verschiedene Gebiete (zum Beispiel Staaten oder auch Grundstücke) voneinander abgrenzen/trennen.

    Historische Grenzen: Sie sind Zeugen der Vergangenheit und zeigen uns so noch heute, wie die Grenzen früher einmal verlaufen sind.

    Politische Grenzen: Hiermit sind vor allem die Grenzlinien zwischen Staaten gemeint.

    Natürliche Grenzen: Dies können zum Beispiel Flüsse, Berge, Wälder oder Sümpfe sein.

    Sprachgrenzen: Diese müssen nicht mit Staatsgrenzen übereinstimmen, sind aber von großer Bedeutung, zum Beispiel wenn in einem Land mehrere oder in Nachbarländern die gleichen Sprachen gesprochen werden.

    1. Der Fluss – eine ideale Grenze?

    4

    In der Geografie nennt man Flüsse auch ‚natürliche Grenzen‘. Grenzen sind sie, weil sie zwei Gebiete voneinander trennen: ihr linkes und ihr rechtes Ufer. Natürlich sind sie, weil sie einfach schon da sind. Sie müssen nicht erst von Menschen erdacht und geschaffen werden. Aber oft werden Flüsse auch zu politischen Grenzen, das heißt zu Grenzen von Dingen, die sich Menschen ausgedacht haben (zum Beispiel Staaten, Provinzen, Herzogtümern). Das liegt daran, dass natürliche Grenzen viele Vorteile bieten, die Menschen, die ein bestimmtes Gebiet eingrenzen wollen, gerne nutzen.

    In der Geografie nennt man Flüsse auch ‚natürliche Grenzen‘. Grenzen sind sie, weil sie zwei Gebiete voneinander trennen: ihr linkes und ihr rechtes Ufer. Natürlich sind sie, weil sie einfach schon da sind. Manchmal werden Flüsse auch zu politischen Grenzen, zum Beispiel zu Staatsgrenzen. Das liegt daran, dass natürliche Grenzen viele Vorteile bieten.

    In der Geografie nennt man Flüsse auch ‚natürliche Grenzen‘. Grenzen sind sie, weil sie zwei Gebiete voneinander trennen: ihr linkes und ihr rechtes Ufer. Natürlich sind sie, weil sie einfach schon da sind. Sie müssen nicht erst von Menschen erdacht und geschaffen werden.

    Aber nicht jede natürliche Grenze wird automatisch von allen Seiten anerkannt. Der Rhein etwa wurde in Frankreich stets als natürliche Grenze zwischen Deutschland und Frankreich angesehen. In Deutschland sah man das allerdings oft anders und erhob Anspruch auf das westrheinische, von Frankreich wie Deutschland geprägte Elsass. Deutsche wie der Dichter Ernst Moritz Arndt (1769–1860) verkündeten: „Der Rhein ist Deutschlands Strom, aber nicht Deutschlands Grenze“, und kämpften dagegen an, dass hier eine natürliche Grenze zur politischen gemacht wurde.

    Ganz anders die Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien: Dieses Hochgebirge war schwer zu übersteigen und gut zu verteidigen, es trennte die Menschen in seinem Norden von denen im Süden, wodurch es auch zu einer kulturellen und sprachlichen Barriere wurde. Es war naheliegend, aus diesem natürlichen Hindernis auch eine politische Grenze zu machen.

    Der Text oben als Audiospur
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    5

    Galerie: Grenzen ohne Flüsse

    Die Außengrenze des Römischen Reichs verlief jahrhundertelang durch die heutigen Niederlande und das heutige Deutschland. Über weite Strecken verlief die Grenze entlang des Rheins, doch im heutigen Südwestdeutschland verlief sie auch über Land. Hier errichteten die Römer solche Befestigungen mit Erdwall, Graben und Holzpalisade. Am Rhein war dies nicht nötig. Warum?
    1/4 Die Außengrenze des Römischen Reichs verlief jahrhundertelang durch die heutigen Niederlande und das heutige Deutschland. Über weite Strecken verlief die Grenze entlang des Rheins, doch im heutigen Südwestdeutschland verlief sie auch über Land. Hier errichteten die Römer solche Befestigungen mit Erdwall, Graben und Holzpalisade. Am Rhein war dies nicht nötig. Warum?Foto: Thilo Parg · CC BY-SA 4.0
    SprachhilfeSprachhilfe zu Element 5 · Vokabelhilfe

    Vervollständige deine Mindmap mit weiteren Begriffen, wie zum Beispiel Grenzverlauf, Grenzübergang …

    Grenzübergang: Hier kannst du von einem Staat in den anderen gelangen. An Grenzen können Passkontrollen erfolgen, damit diese nur legal überquert werden.

    Schmuggeln: Waren illegal von einem Land in das andere bringen. An der deutsch-niederländischen Grenze werden häufig Grenzkontrollen durchgeführt, um den Schmuggel von Marihuana zu verhindern.

    Im Modul steht hier eine interaktive Übung.

    Für LehrendeHinweise für Lehrende · Zur folgenden Aufgabe

    Die Lernenden sollen sich an dieser Stelle die unterschiedlichen Eigenschaften natürlicher und politischer Grenzen bewusst machen. Die Beispiele in der Galerie oben dienen dafür als Inspiration, sollen von den Lernenden aber erweitert werden. Ziel ist es, die Phänomene natürliche und politische Grenze voneinander abgrenzen zu können und zu erkennen, dass die natürliche Grenze Vorteile für die politische Grenzziehung bietet.

    Mögliche Antworten wären:

    • Flüsse sind nicht leicht zu überqueren.
    • Flüsse bieten gute Sicht.
    • Flüsse haben immer zwei Ufer.
    • Flüsse sind leicht zu bewachen.
    • Flüsse verändern nie beziehungsweise nur selten ihren Lauf.
    • Flüsse können nicht beziehungsweise nur schwer überbaut werden.
    • Flüsse sind in Bewegung.
    6

    Aufgabe

    Flüsse und Grenzen

    1. Nenne die im Text und der Galerie genannten Vorteile, die Flüsse für die Grenzziehung haben.
    2. Reflektiere darüber hinaus weitere denkbare Vorteile von Flüssen für die Grenzziehung.

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    Aufgabe

    Flüsse und Grenzen

    Die Donau und der Rhein sind zwei europäische Flüsse, die in ihrem Lauf immer wieder Staaten voneinander trennen.

    • Lokalisiere einen der beiden Flüsse auf einer Karte.
    • Nenne zwei Stellen, an denen er Staaten voneinander trennt, also eine politische Grenze ist.

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    Aufgabe

    Flüsse und Grenzen

    Auf der belgischen Nachrichtenseite VRT wird über einen Gebietstausch zwischen Belgien und den Niederlanden berichtet.

    1. Lies dir den Bericht durch (nutze dafür eventuell eine Übersetzungsfunktion deines Browsers).
    2. Erkläre in eigenen Worten, wodurch der Gebietstausch notwendig wurde und warum über ihn jahrelang verhandelt werden musste.
    3. „Natürliche Grenzen sind ordentlich und praktisch, politische Grenzen chaotisch und unpraktisch.“ Nimm zu dieser Aussage begründet Stellung, beziehe dich dabei auf das Beispiel im Artikel.

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    Video: Verrückte Grenzen

    Für LehrendeHinweise für Lehrende · Zur folgenden Aufgabe

    Die Antwort auf Aufgabe 2 könnte etwa so aussehen:

    „Baarle ist in einen belgischen und einen niederländischen Teil geteilt. Die Grenzen zwischen beiden Teilen verlaufen kreuz und quer durch die Stadt. Das hat zur Folge, dass es in Baarle zwei Polizeien, zwei Bürgermeister usw. gibt. Manche Häuser liegen in beiden Ländern gleichzeitig und haben dann auch zwei Hausnummern. Im Film wird gezeigt, dass die Aufteilung zwischen zwei Staaten unter anderem die Polizeiarbeit enorm verkompliziert.“

    Aufgabe 3 kann unterschiedlich beantwortet werden. Das Beispiel Baarle legt es nahe, der Aussage zuzustimmen, zum Beispiel so:

    „Gerade in Baarle kann man sehen, dass politische Grenzen oft nichts mit der Realität und dem alltäglichen Leben von Menschen zu tun haben. Sie können theoretisch völlig willkürlich oder nach ganz ortsfernen Kriterien (Vertrag zwischen zwei Fürsten) gesetzt werden. Natürliche Grenzen haben dahin gehend den Vorteil, dass sie relativ unverrückbar sind, die Zeiten überdauern und das Leben der Menschen vor Ort sowieso mitstrukturieren.“

    Man kann aber auch ganz anders argumentieren:

    „Natürliche Grenzen interessieren sich nicht für Menschen, sie sind einfach da. Wenn zum Beispiel am linken Ufer eines Flusses ein Rohstoffvorkommen liegt, das die Industrie am rechten Ufer dringend benötigt, wird der Fluss deshalb nicht seinen Verlauf ändern. Politische Grenzen können solche Bedürfnisse vor Ort einbeziehen, da ihr Verlauf an sie angepasst werden kann. Die Frage ist nur, ob politische Grenzen klug und nach solchen Bedürfnissen gesetzt werden oder nach ganz anderen Kriterien, wie zum Beispiel in Baarle.“

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    Aufgabe

    Verrückte Grenzen

    1. Sieh dir das Video „Crazy Borders“ oben an.
    2. Beschreibe die Situation in Baarle in Zusammenhang mit politischen Grenzen in eigenen Worten.

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    Aufgabe

    Verrückte Grenzen

    1. Sieh dir das Video „Crazy Borders“ oben an.
    2. Beschreibe die Situation in Baarle in Zusammenhang mit politischen Grenzen in eigenen Worten.
    3. „Politische Grenzen sind Chaos, natürliche Grenzen sind Ordnung.“ Nimm zu dieser Aussage begründet Stellung, beziehe dich dabei auf das Beispiel Baarle.

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    Die Maas – Grenze zwischen zwei Staaten

    9
    © Piera Jelinek

    Auch die Maas ist in dieser Hinsicht als Grenze gut geeignet. Und so ist es nicht überraschend, dass sie heute zwischen Visé und Maasbracht die Grenze zwischen Belgien und den Niederlanden bildet. Diese Grenze ist noch nicht allzu alt. Sie wurde 1839 festgelegt, als das neugegründete Belgien mit dem Königreich Niederlande die gemeinsamen Grenzen nach längerem Streit klärte. Aber auch schon lange davor war die Maas immer wieder Grenze gewesen. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit stieß hier das Fürstbistum Lüttich an das Herzogtum Limburg und die Herrschaft Heinsberg. Das alles ist kein Zufall, sondern dem Umstand geschuldet, dass Flüsse einfach praktische Grenzen sind.

    © Piera Jelinek

    Auch die Maas ist in dieser Hinsicht als Grenze gut geeignet. Und so ist es nicht überraschend, dass sie heute teilweise die Grenze zwischen Belgien und den Niederlanden bildet. Diese Grenze ist noch nicht sehr alt, es gibt sie so seit 1839. Aber auch schon lange davor war die Maas immer wieder Grenze gewesen. Schon im Mittelalter stieß hier zum Beispiel das Fürstbistum Lüttich an das Herzogtum Limburg. Das ist kein Zufall: Flüsse sind einfach praktische Grenzen.

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    00:00 / 00:55
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    SprachhilfeSprachhilfe zu Element 9 · Erläuterungen: Mittelalter, Neuzeit
    © Digitale Lernwelten GmbH

    Karte: Das Bistum Lüttich im Jahr 1659

    10
    Geographia Blaviana. - [Amsterdam : Juan Blaeu, 1659]
    Eine Karte des Bistums Lüttich aus dem Jahr 1659.Fondo Antiguo de la Biblioteca de la Universidad de Sevilla from Sevilla, España · CC BY 2.0
    11

    Methode

    Topografische und thematische Karten

    Karten können grob in zwei Kategorien eingeteilt werden: topografische und thematische Karten, vgl. Kapitel 5.1

    • Topografische Karten: Sichtbare Erscheinungen der Erdoberfläche werden lagerichtig kartiert, zum Beispiel Geländeformen, Bodenbewachsung, natürliche und künstliche Netze (Gewässer, Straßen), Siedlungen, Einzelobjekte etc.
    • Thematische Karten: Fokussierung auf Themen, die einen räumlichen Bezug haben und bestimmte quantitative oder qualitative Merkmale aufweisen (zum Beispiel soziale, ökonomische oder politische Sachverhalte). Diese Sachverhalte werden in inhaltlich vereinfachte topografische Karten eingetragen.
    Der Text oben als Audiospur
    00:00 / 01:01
    Für LehrendeHinweise für Lehrende · Zur folgenden Aufgabe

    Die Suchaufgabe dient dazu, die Kompetenz, historische Karten lesen zu können, aufzubauen. Die Lernenden sollen sich an eine historische Karte herantasten und gewisse Grundunterschiede zu modernen Karten selbst entdecken. Die größte Herausforderung ist dabei, die Karte als nicht genordet zu identifizieren. Dies kann sowohl durch den Merkkasten „Historische Karten verstehen“ als auch durch die gedrehte moderne Karte im Tab-Kasten unten erleichtert werden.

    12

    Aufgabe

    Orientiere dich

    Lokalisiere im Kartenausschnitt unten folgende Orte und Punkte:

    1. Eine Windrose, die Norden anzeigt (klicke auf den Pfeil der Windrose, der nach Norden weist).
    2. Die Stelle am Kartenrand, an der der Fluss Maas aus dem Kartenausschnitt herausfließt.
    3. Folgende Städte: Aachen, Lüttich (französisch: Liège), Maastricht, Hasselt.
    Ausschnitt der Karte des Bistums Lüttich von 1659 mit Flüssen, Städten und Grenzlinien.
    0 von 6 Punkten gefunden

    Tippe auf die Stellen in der Karte.

    Aufgabe

    Orientiere dich

    Lokalisiere im Kartenausschnitt unten folgende Orte und Punkte:

    1. Eine Windrose, die Norden anzeigt (klicke auf den Pfeil der Windrose, der nach Norden weist).
    2. Die Stelle am Kartenrand, an der der Fluss Maas aus dem Kartenausschnitt herausfließt.
    3. Folgende Städte: Aachen, Lüttich (französisch: Liège), Maastricht, Hasselt.
    Ausschnitt der Karte des Bistums Lüttich von 1659 mit Flüssen, Städten und Grenzlinien.
    0 von 6 Punkten gefunden

    Tippe auf die Stellen in der Karte.

    Aufgabe

    Orientiere dich

    1. Lokalisiere im Kartenausschnitt unten folgende Orte und Punkte:
      • Eine Windrose, die Norden anzeigt (klicke auf den Pfeil der Windrose, der nach Norden weist).
      • Die Stelle am Kartenrand, an der der Fluss Maas aus dem Kartenausschnitt herausfließt.
      • Folgende Städte: Aachen, Lüttich (französisch: Liège), Maastricht, Hasselt.
    2. Reflektiere mithilfe des Methodenkastens (Element 11), ob es sich bei der gezeigten historischen Karte um eine topografische oder eine thematische Karte handelt.
    Ausschnitt der Karte des Bistums Lüttich von 1659 mit Flüssen, Städten und Grenzlinien.
    0 von 6 Punkten gefunden

    Tippe auf die Stellen in der Karte.

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    SprachhilfeSprachhilfe zu Element 12 · Die Windrose
    © Piera Jelinek
    AbkürzungHimmelsrichtungVerwendung
    NNordenim Norden von …, nördlich von …
    NONordostenim Nordosten von …, nordöstlich von …
    OOstenim Osten von …, östlich von …
    SOSüdostenim Südosten von …, südöstlich von …
    SSüdenim Süden von …, südlich von …
    SWSüdwestenim Südwesten von …, südwestlich von …
    WWestenim Westen von …, westlich von …
    NWNordwestenim Nordwesten von …, nordwestlich von …

    Historische Karten

    13
    Geographia Blaviana. - [Amsterdam : Juan Blaeu, 1659]
    Fondo Antiguo de la Biblioteca de la Universidad de Sevilla from Sevilla, España · CC BY 2.0

    Eine Karte des Bistums Lüttich aus dem Jahr 1659.

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    Merkkasten

    Historische Karten verstehen

    Eine historische Karte sieht oft anders aus als eine heutige Karte. Das macht es oft schwer, sich auf historischen Karten zurechtzufinden.

    Richtig verwirrend ist es beispielsweise, wenn die Karte nicht ‚genordet‘ ist. Wir sind es heute gewohnt, dass auf den allermeisten unserer Karten Norden oben ist (und damit Süden unten, Westen links und Osten rechts). Historische Karten halten sich oft nicht an diese Regel: Norden kann hier überall sein. Das hängt von der Aussageabsicht der Karte ab. Die Himmelsrichtungen werden aber meistens irgendwie angezeigt. Manchmal stehen sie am Kartenrand, manchmal gibt es einen Pfeil, der Norden anzeigt. Wenn du eine historische Karte lesen willst, solltest du also zuerst versuchen herauszufinden, wo die Himmelsrichtungen liegen.

    Historische Karten sind oft auch in einer anderen Sprache beschriftet. Da in Europa über lange Zeit Latein die internationale Wissenschaftssprache war (so ähnlich wie Englisch heute), ist die Beschriftung historischer Karten oft in Latein, manchmal aber auch in Französisch oder Englisch, je nachdem, wo und für wen die Karte erstellt wurde. Deutsch kommt leider eher selten vor.

    An anderen Stellen können historische Karten aber auch einfacher zu lesen sein. Oft bestehen sie aus leicht verständlichen Bildern. Eine Stadt wird durch Häuser dargestellt, ein Wald durch Bäume und Gebirge durch kleine Berge.

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    SprachhilfeSprachhilfe zu Element 14 · Vokabelhilfe

    Himmelsrichtungen: Norden, Süden, Osten und Westen

    Aussageabsicht: Die eigentliche Aussage, also das, was zum Beispiel der Ersteller einer Karte in den Mittelpunkt rücken möchte.

    Wissenschaftssprache: Fachsprache, die sich von der Umgangssprache unterscheidet, zum Beispiel indem viele Fremdwörter zu einem bestimmten Thema verwendet werden.

    Für LehrendeHinweise für Lehrende · Zur folgenden Aufgabe
    1. Ziel ist es hier, dass sich die Lernenden mit der schwieriger zu lesenden historischen Karte vertraut machen und Regionen und Städte identifizieren können.
    2. Mögliche Antworten wären:
      • Es gibt auf beiden Karten mehrere umgrenzte Gebiete.
      • Grenzen werden als farbige Linien dargestellt.
      • Die historische Karte zeigt einen anderen Ausschnitt. Sie reicht weiter nach Süden und Westen.
      • Auf beiden Karten sind Städte, Flüsse und Grenzen dargestellt.
      • Auf der historischen Karte sind mehr Flüsse und Städte zu sehen.
      • Auf der historischen Karte sind Hügel und Wälder zu sehen.
      • Auf beiden Karten werden Regionen schriftlich benannt.
      • Die historische Karte ist in einer anderen Sprache beschriftet.
    3. Mögliche Antworten wären:
      • Die Maas ist über ihren gesamten Verlauf farblich markiert.
      • Die anderen Flüsse auf der Karte sind das nicht.
      • An bestimmten Stellen ist die Farbe an beiden Ufern der Maas einheitlich, an anderen unterschiedlich.
      • Gerade in der heutigen Euregio Maas-Rhein gibt es viele ‚Ausbeulungen‘ von Grenzen über die Maas.
    15

    Aufgabe

    Mit historischen Karten umgehen

    1. Verorte die Maas auf der historischen Karte (Element 13) und folge ihrem Verlauf. Achte auf die durch farbige Linien markierten Landesgrenzen entlang der Maas.
    2. Beschreibe Besonderheiten bezüglich der Grenzen entlang des Flusses.
    3. Vergleiche die historische Karte mit der heutigen Karte der Euregio Maas-Rhein im zweiten Tab (Element 13).

    Tutorial: Operatoren

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    Aufgabe

    Mit historischen Karten umgehen

    1. Verorte die Maas auf der historischen Karte (Element 13) und folge ihrem Verlauf. Achte auf die durch farbige Linien markierten Landesgrenzen entlang der Maas.
    2. Beschreibe Besonderheiten bezüglich der Grenzen entlang des Flusses.
    3. Vergleiche die historische Karte mit der heutigen Karte der Euregio Maas-Rhein im zweiten Tab (Element 13).
      • Wo liegen die Himmelsrichtungen?
      • Was wird dargestellt, was nicht?
      • Welche Bedeutung haben die Farben?

    Tutorial: Operatoren

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    Aufgabe

    Mit historischen Karten umgehen

    1. Unten findest du eine Karte des Herzogtums Brabant von 1645. Am Rand der Karte ist auch das Maastal zu sehen. Verorte fünf Städte, die du kennst, auf dieser Karte.
    2. Vergleiche die historische Karte mit der heutigen Karte der Euregio Maas-Rhein im zweiten Tab (Element 13).

    Tutorial: Operatoren

    Im Modul folgt hier die Karte des Herzogtums Brabant von 1645 als interaktives Element.

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    16

    Vertiefung

    Was bedeuteten politische Grenzen früher?

    Nehmen wir beispielsweise die Grenze zwischen dem Fürstbistum Lüttich und dem Herzogtum Limburg: Welche Bedeutung hatte sie?

    Die Menschen auf der Limburger Seite waren Untertanen des Herzogs von Limburg und die Menschen auf der anderen Seite waren Untertanen des Bischofs von Lüttich. Ihrem jeweiligen Herrn mussten sie Abgaben zahlen und er war für ihren Schutz und ihre Probleme (zum Beispiel Rechtsstreitigkeiten) zuständig.

    Für die Menschen waren die Grenzen relativ egal. Wenn sie sich verschoben, hatten sie eben einen neuen Herrn. An ihren allgemeinen Lebensumständen änderte sich dadurch nichts.

    Für die Landesherren waren die Grenzen aber von großer Bedeutung. Sie legten den Bereich fest, aus dem sie Abgaben eintreiben konnten. Land war über Jahrhunderte hinweg die wichtigste Grundlage für Reichtum und Macht.

    Der Text oben als Audiospur
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    SprachhilfeSprachhilfe zu Element 16 · Vokabelhilfe

    Im Modul steht hier eine interaktive Übung.

    Für LehrendeHinweise für Lehrende · Zur folgenden Aufgabe

    Ziel ist es hier, dass sich die Lernenden über Funktionen und Eigenschaften politischer Grenzen heute (in einem vereinigten Europa) Gedanken machen und sie sich der Wandelbarkeit dieser Eigenschaften bewusst werden.

    Mögliche Antworten für 1-Stern-Modus wären:

    • Wir würden eine andere Sprache sprechen oder müssten eine andere Sprache lernen.
    • Wir würden eine andere Staatsbürgerschaft bekommen oder wären Ausländer.
    • Meine Schule würde anders heißen (nicht mehr Haupt-, Realschule, Gymnasium).
    • Die Verkehrsschilder sähen anders aus.
    • Wir würden neue Autokennzeichen bekommen.
    • Wir hätten eine andere Regierung.
    • Es würden andere Gesetze gelten.

    Mögliche Antworten für 2- und 3-Sterne-Modus wären:

    • Frühere Grenzen waren vor allem für die Herrscher wichtig, heutige Grenzen sind auch für die normalen Menschen wichtig.
    • Wenn man eine Grenze überschreitet, ändert sich einiges: Es wird oft eine andere Sprache gesprochen, Straßen, Schilder, Häuser sehen anders aus. Es gelten andere Regeln und Gesetze.
    • Fortgeschrittene Antwort: Auf dieser Seite der Grenze bin ich Bürger meines Landes mit Rechten und Pflichten. Jenseits der Grenze bin ich Ausländer/Gast/Tourist mit anderen (weniger) Rechten und Pflichten.
    17

    Aufgabe

    Grenzen früher und heute

    Vergleiche die Bedeutung früherer Grenzen (wie im Vertiefungskasten Element 16 beschrieben) mit der heutiger Staatsgrenzen am Beispiel der Grenze zwischen Deutschland und Belgien.

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    Aufgabe

    Grenzen früher und heute

    Stell dir vor, deine Heimatstadt würde, zum Beispiel nach einem Krieg, plötzlich zu einem Nachbarstaat gehören. Reflektiere mögliche Veränderungen, die eine solche Entwicklung mit sich bringen würde.

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    Aufgabe

    Grenzen früher und heute

    Vergleiche die Bedeutung früherer Grenzen mit der heutiger Staatsgrenzen. Wähle dazu ein beliebiges passendes Beispiel.

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    SprachhilfeSprachhilfe zu Element 17 · Formulierungshilfen

    Allgemeine Formulierungen

    • verglichen mit; im Vergleich zu
    • Beim Vergleich von … mit … zeigt sich/ist zu erkennen/fällt auf …

    Gemeinsamkeiten

    • Genauso wie …
    • Eine Gemeinsamkeit ist …
    • Im Hinblick auf … gleichen sich die …
    • Die … weisen folgende Gemeinsamkeiten auf …

    Unterschiede

    • … als
    • Auf der einen Seite … auf der anderen Seite; zum einen … zum anderen
    • Im Gegensatz/Unterschied/Vergleich zu …
    • Die … unterscheiden sich bezüglich …
    18

    Vertiefung

    Grenzwege

    Spuren der wechselhaften Grenzverläufe in der heutigen Euregio Maas-Rhein lassen sich noch heute finden.

    Hier findest du Informationen zu den wechselhaften Grenzen im Hohen Venn sowie Wanderwege, auf denen diese erkundet werden können.

    Der Radwanderweg entlang der Vennbahn überquert heute die deutsch-belgische Grenze mehrfach.

    Auf dieser Seite der Provinz Limburg (B) findest du verschiedene, auch grenzüberschreitende Wanderwege in der Region.

    Der Text oben als Audiospur
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